KÖNNEN HACKER
EIN AUTO STEUERN?

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Warum stellt ein selbstfahrendes Auto ein grösseres Risiko für den Fahrer dar? Was bringt einen Hacker dazu, ein Auto zu kontrollieren? Derzeit befindet sich das selbstfahrende Auto auf Stufe drei, was bedeutet, dass es unter bestimmten Umständen selbst fahren kann. Der Fahrer muss dennoch immer aufpassen und in der Lage sein, einzugreifen. Da dieses Thema oft ohne Erklärung behandelt wird, wollen wir es uns genauer ansehen. Werfen wir einen Blick auf die mit dieser Technologie verbundenen Risiken. Vorab möchte ich noch betonen, dass der Begriff selbstfahrendes Auto in diesem Text ein Fahrzeug mit automatisierten Fahrsystemen meint.

Eine unbemerkte Gefahr

Stell dir nun vor, du fährst bereits ein solch modernes Auto und bist wie immer auf der A2 unterwegs. Plötzlich fängt dein Auto aber an, außer Kontrolle zu steuern und du kannst nicht bremsen und das Fahrzeug anhalten. Es handelt sich nicht um einen Science-Fiction-Film, es ist die Realität. Ein Hacker kann die Kontrolle über das Fahrzeug von aussen übernehmen. Mit einem Computer, einem Internetanschluss, der richtigen Ausrüstung und guten technischen Kenntnissen kann ein Hacker zum Beispiel Unfälle verursachen oder den Strassenverkehr beeinträchtigen. Genau wie bei einem ferngesteuerten Auto.

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Aktuelle Situation beunruhigender als gedacht

Bevor wir aber auf die Gefahren eingehen, beginnen wir mit dem aktuellen Stand. Zurzeit gibt es fünf Stufen des autonomen Fahrens, derzeit sind wir bei drei von fünf, wobei fünf für ein Auto steht, das komplett ohne einen Fahrer an Bord fahren kann. Je mehr ein Auto selbst fahren kann, umso mehr Kontrolle über das Auto ein Hacker haben kann. Um ein Beispiel für den aktuellen Stand der Technik zu geben, Tesla Model 3 ist das zweitmeistverkaufte Auto in der Schweiz. Es ist ein Fahrzeug, bei dem die Stufe 3 des autonomen Fahrens erreicht wurde. Interessant ist jedoch die Tatsache, dass die zehn meistverkauften Autos in der Schweiz im Jahr 2020 sowie alle Neuwagen automatisierte Systeme haben und gehackt werden können. Kurz gesagt, wir stehen erst am Anfang des Aufstiegs der fahrerlosen Fahrzeuge. Einige öffentliche Roboterbusse fahren schon seit einiger Zeit auf Stufe vier, seit fast vier Jahren verfügt die Post in Sitten, eine Gemeinde in der Schweiz, über zwei kleine selbstfahrende Busse ohne Fahrer. Doch während Autohersteller, Privatpersonen, Staaten und Unternehmen in selbstfahrende Autos investieren, schenken nicht alle der Sicherheit dieser Fahrzeuge genügend Aufmerksamkeit. Es wird noch einige Zeit dauern, bis viele autonome Autos auf unseren Straßen unterwegs sein werden. Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs wird es bis 2030 Autos geben, die autonom auf Autobahnen und in Städten fahren können. Doch erst im Jahr 2040 wird es ein grosses Angebot an diesen futuristischen Fahrzeugen geben.

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Doch wie kann ein topmodernes Auto überhaupt gehackt werden?

Ich kenne keine Hacker, und wenn ich einen kennen würde, würden die mir wahrscheinlich nicht ihre Geheimnisse verraten wollen. Aber ich habe jemanden gefunden, der sich auf diesem Gebiet gut auskennt, und ich konnte mit ihm ein Gespräch führen. Paolo Attivissimo wurde in York geboren. Er ist Journalist, Schriftsteller, Radiomoderator, aber vor allem ein Informatikaktivist. Paolo bezeichnet autonome Autos als ein hochkomplexes Problem, für das es keine einfache Lösung gibt. Da die Software für das autonome Fahren nicht über künstliche Intelligenz verfügt, basiert sie ausschließlich auf maschinellem Lernen. Es werden viele Daten eingegeben, damit das Auto seine Umgebung erkennen kann. Fussgänger, Tiere, Baustellen - das sind Milliarden von Bits. Gehackt waren können laut Paolo alle diese Daten. So ist der Hacker beispielsweise in der Lage, die Kontrolle über das Fahrzeug von zu Hause aus zu übernehmen und auf dessen Informationen, zum Beispiel die GPS-Position, zuzugreifen. In den Weiten des Internets gibt es unzählige Beispiele für erfolgreiches Car-Hacking. Hacker sind vielleicht sogar die Hauptakteure in der Geschichte der autonomen Autos und doch sind sie nichts anderes als Computerexperten. Sich gegen die meist viel zu spät bemerkten Hacking-Angriffe zu schützen ist grundsätzlich nicht so einfach, da die Hacker sich unbemerkt in das System einschleichen. Wie Paolo erklärt, ist es am sinnvollsten, wenn der Verdacht auf einen Hackerangriff besteht, das Fahrzeug vollständig vom Internet abzukoppeln. Dies ist jedoch beispielsweise, wenn man sich mitten in einer Fahrt befindet, nicht so einfach möglich. Denn das Auto sei ein mobiles Datenzentrum und laufe entsprechend nur, wenn das Rechnersystem hochgefahren sei, so Paolo.

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Jeder kann den Autopiloten austricksen

Klar ist, einerseits ist die Gefahr, dass das System versagt, ist realistisch. Die heutigen autonomen Fahrsysteme sind nicht immer und unter allen Umständen funktionsfähig. Der Fahrer müsste immer zu 100 Prozent präsent und aufmerksam sein. Aber wird er das auch sein? Anderseits muss auch damit gerechnet werden, dass künftig auch autonome Autos zum beliebten Ziel von Hackern werden. Es ist nicht unmöglich, dass ein Hacker den Verkehr ganzer Städte kontrolliert, Panik auf den Strassen verbreitet und schlimmstenfalls einen Terroranschlag verübt. Die Gefahren, die in Verbindung mit autonomen Fahrzeugen steht, müssen ernstgenommen werden. Hinzu kommt, dass verschiedenste Bereiche wie etwa das Gesetz oder der Strassenbau noch nicht für autonomes Fahren optimal ausgelegt sind. Ein klares Fazit zu ziehen, fällt mir schwer. Das autonome Fahren ist eine Chance und wird in seiner Entwicklung mit massiver finanzieller Unterstützung vorangetrieben. Auch ich selbst würde es in Betracht ziehen, ein solches Auto eines Tages zu besitzen. Aber mit dem Wissen, welche Gefahren bestehen und wie ich mich am besten auf das autonome Fahren vorbereiten kann. So würde ich beispielsweise den Kauf von Sicherheitssystemen wie Doppelkameras in Betracht ziehen. Auch einen Kurs, um im Falle eines Hackerangriffs damit umgehen zu können, würde ich begrüssen. Es ist wie in vielen Bereichen des Lebens im 21. Jahrhundert: «Vorsicht ist besser als Nachsicht.»

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Klar ist, einerseits ist die Gefahr, dass das System versagt, ist realistisch. Die heutigen autonomen Fahrsysteme sind nicht immer und unter allen Umständen funktionsfähig. Der Fahrer müsste immer zu 100 Prozent präsent und aufmerksam sein. Aber wird er das auch sein? Anderseits muss auch damit gerechnet werden, dass künftig auch autonome Autos zum beliebten Ziel von Hackern werden. Es ist nicht unmöglich, dass ein Hacker den Verkehr ganzer Städte kontrolliert, Panik auf den Strassen verbreitet und schlimmstenfalls einen Terroranschlag verübt. Die Gefahren, die in Verbindung mit autonomen Fahrzeugen steht, müssen ernstgenommen werden. Hinzu kommt, dass verschiedenste Bereiche wie etwa das Gesetz oder der Strassenbau noch nicht für autonomes Fahren optimal ausgelegt sind. Ein klares Fazit zu ziehen, fällt mir schwer. Das autonome Fahren ist eine Chance und wird in seiner Entwicklung mit massiver finanzieller Unterstützung vorangetrieben. Auch ich selbst würde es in Betracht ziehen, ein solches Auto eines Tages zu besitzen. Aber mit dem Wissen, welche Gefahren bestehen und wie ich mich am besten auf das autonome Fahren vorbereiten kann. So würde ich beispielsweise den Kauf von Sicherheitssystemen wie Doppelkameras in Betracht ziehen. Auch einen Kurs, um im Falle eines Hackerangriffs damit umgehen zu können, würde ich begrüssen. Es ist wie in vielen Bereichen des Lebens im 21. Jahrhundert: «Vorsicht ist besser als Nachsicht.»